Anmeldung/Login
Werbung
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner

Werra-Meißner-News

Nachrichten der Region




Afghanistan-Einsatz “Informationen aus erster Hand

Wanfried In der Serie der themenbezogenen Dämmerschoppen der Wanfrieder SPD gab es zuletzt Informationen aus erster Hand über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. SPD-Ortsvereinsvorsitzender Frank Susebach, selbst Berufssoldat bei der Bundeswehr, konnte Hauptmann Ronny Herok als Referenten gewinnen. Dieser berichtete über die Verhältnisse in Afghanistan und über seine eigenen Erfahrungen aus seinem halbjährigen Einsatz in dem Land.

Ronny Herok gab zunächst einen Einblick in die Landeskunde Afghanistans. Das Land befinde sich seit nunmehr rund 30 Jahren in kriegs – beziehungsweise kriegsähnlichen Zuständen. Die Menschen lebten in zerstörten Städten oder in ärmlichen Verhältnissen auf dem Land. Es seien für uns unvorstellbare Lebensumstände mit einem extrem niedrigen Lebensstandard. Dies gelte es zu bedenken, wenn man sich in die Lage und die Psyche der dortigen Bevölkerung hineinversetzen wolle. Hinzu kämen natürlich außerdem die – im Vergleich zu uns – völlig andersartigen gesellschaftlichen Verhältnisse.

 

Hauptmann Ronny Herok berichtet über den Einsatz in Afghanistan

Hauptmann Ronny Herok berichtet über den Einsatz in Afghanistan

Die Bundeswehr ist im Norden des Landes eingesetzt und gehört zur Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe, kurz ISAF (International Security Assistance Force) oder auch schlicht Schutztruppe genannt. Hauptmann Heruk erläuterte die Aufgaben, denen sich die Bundeswehr in Afghanistan stellen muss. Dazu gehören die Unterstützung des infrastrukturellen Wiederaufbaus des Landes, die Hilfe bei der Koordinierung und Bedarfsermittlung für Hilfsprojekte, dies in enger Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen, sowie die Ausbildung von Polizei und
Verwaltungskräften. Der militärische Auftrag beinhaltet die Aufrechterhaltung eines sicheren Umfelds und die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den afghanischen Sicherheitskräften.

Wenn es auch im Norden Afghanistans immer noch ruhiger sei als im Süden des Landes, so sei die Sicherheitslage dennoch sehr angespannt. Es gebe einen massiven Anstieg von Taliban-Kämpfern, die zum Beispiel immer wieder überfallartige Angriffe durchführen und oft über befestigte Hinterhalte in geräumten Ortschaften verfügen. Massiv erschwerend für die militärischen Aktionen der Bundeswehr seien insbesondere die mangelhafte Infrastruktur, zum Beispiel unzureichende Straßen und fehlende Brücken, und die nicht erschlossenen riesigen Hochgebirgsregionen. Hinzu komme, dass die Taliban-Angehörigen äußerlich nicht von der Zivilbevölkerung zu unterscheiden seien.

 

Zahlreiche gespannte Zuhörer lassen sich informieren

Zahlreiche gespannte Zuhörer lassen sich informieren

 

Ronny Herok erläuterte weiter den Einsatz von Drohnen zur Aufklärung und Überwachung, zum Beispiel beim Einsatz von Infanteriekräften, zur Überwachung von Konvois, zur Aufklärung in weit entfernten und schwer zugänglichen Gebieten oder zur Identifizierung von gegnerischen Hinterhalten.

Um die Stabilisierung des Landes erfolgreich voranbringen zu können, ist es von wesentlicher Bedeutung, Vertrauen zwischen der Bevölkerung und der Bundeswehr aufzubauen. Dies gehört zu den Hauptaufgaben und klappt nicht immer gleich gut, berichtete der Referent. In Gebieten, die von Aufständischen kontrolliert werden, sei es schwer Kontakt zur Bevölkerung zu bekommen. In den Dörfern gelinge das ohnehin nur, wenn der Dorfälteste und der Mullah mitwirken, sonst habe man keine Chance an die Menschen heranzukommen. Oft könne man aber mit kleinen Gesten und Hilfen, zum Beispiel durch das Verteilen von Decken, Positives erreichen.

Dem Referat schlossen sich zahlreiche Fragen der Zuhörer an. Am Ende waren sich alle Anwesenden einig, dass es eine hochinteressante und sehr informative Veranstaltung war, die viele neue Erkenntnisse gebracht hat. Die Wanfrieder SPD will auch künftig in ihren vierteljährlich stattfindenden Dämmerschoppen Sachthemen anbieten, die jenseits von reiner Parteipolitik von Interesse für die Bevölkerung sind.

Ronny Herok war von Juli bis Dezember 2009 als Batteriechef des 3./Beobachtungspanzerartilleriebataillons 131 aus Mühlhausen, gemeinsam mit Teilen seiner Einheit, im Bereich um die nordafghanische Stadt Kunduz eingesetzt. Er selbst verrichtete seinen Dienst dort im Stab des PRT (Provincial Reconstruction Team / Regionales Wiederaufbauteam) KUNDUZ.

 

Tags: ,

Kommentar abgeben:

You must be logged in to post a comment.